Mission: das Grün in die Städte bringen
Der Name VulkaTec verrät bereits den Kern der innovativen Geschäftsidee des in Kretz bei Andernach ansässigen Unternehmens. Mineralische Ausgangsstoffe wie etwa Lava oder Bims werden mit moderner Technik zu Substraten, welche helfen, Bäume und damit Biodiversität in Städten zukunftsfest zu machen. Für das Konzept und die damit verbundene regionale Wertschöpfung erhielt das Unternehmen den EIFEL Award 2025.
Der Klimawandel war noch nicht in aller Munde, als 1986 Martin Riebensahm erkannte, wie wichtig unter anderem Dachbegrünung für die Lebensqualität in Ballungsräumen ist. Sein bis heute wirkendes Credo war es, im Zuge der wachsenden Urbanisierung und Verdichtung der städtischen Siedlungsgebiete mehr Grün ins Grau zu bringen. Er gründete die VulkaTec und entwickelte Verfahren, wie das wertvolle Gold der vulkanischen Eifel – Lava und Bims – zum Grundstoff für die Anpflanzung von Baumen und anderen Gewächsen auf versiegelten Flächen werden kann. Die einzigartigen Rohstoffe der Region, aber je nach Anwendungsgebiet auch andere Materialien wie etwa recycelte Ziegeln, verwandeln sich dank spezieller Techniken und Zusätze luft- und wasserspeichernde Substrate, auf denen das Grün gedeihen kann. So entsteht nicht nur ein angenehmeres Stadtklima, sondern auch neue Lebensräume für Insekten oder Vögel.
Eine Vision für mehr Lebensqualität
„Täglich werden etwa sechzig Hektar Fläche in den Städten neu versiegelt, das wird zunehmend zum Problem: nicht nur mit mehr Überhitzung im Sommer, sondern auch bei Starkregen für eine Kanalisation, deren Aufnahmefähigkeit überschritten wird. Unsere Innovationen wie etwa die unterirdischen Rigolen als Speicher für Regen helfen mit, den Wasserhaushalt zu regulieren und der wachstumsfeindlichen Bodenverdichtung entgegenzuwirken. Die mit unseren leichten, offenporigen, stabilen Vegetationssubstraten möglichen Anpflanzungen - zum Beispiel auf Dächern - senken nachhaltig die Temperaturen und erhöhen den Sauerstoffgehalt“, erläutert VulkaTec-Geschäftsführer Nicolai von Roenne den Nutzen.
Ein Mittelständler mit Innovationskraft
Zum VulkaTec-Team mit rund achtzig Beschäftigten gehören allein fünf Spezialisten, die sich um Produktneuerungen kümmern. Alle Innovationen sind vom Bedarf der Praxis angeleitet, Geologen arbeiten daran ebenso mit wie etwa Garten- und Landschaftsbauer. Auch die Kunden – allesamt aus dem Profisegment wie etwa kommunale Auftraggeber oder Planungsbüros – geben fachlichen Input, was gebraucht wird. So umfassen die Entwicklungen nicht nur Substrate selbst, sondern auch das Know-how, wie sie bestmöglich verbaut werden können. Silofahrzeuge mit Turbolift, der in der Lage ist, lavahaltige Substrate auf bis zu sechzig Meter hohe Dächer zu transportieren, sind da ebenso ein Beispiel wie Ballenverankerungssysteme für die Stabilität neu angepflanzter Bäume oder ein System für Bewässerung und Belüftung von Baumwurzeln auf überbautem Gelände. Zwar hat VulkaTec auch Produktions- und Lagerstandorte außerhalb der Eifel, ist im benachbarten Ausland wie in ganz Deutschland aktiv und nutzt eine grenzüberschreitende ressourcenschonende Logistik mit möglichst vielen Transporten via Schiff, doch bei aller Marktführerschaft ist eines klar: Die grüne Eifel mit ihren Bodenschätzen war und ist Inspirationsquelle für die Geschäftsidee, mehr Grün in die Stadt zu bringen.












