Makerspace Wittlich, © Makerspace Wittlich

Makerspace Wittlich – der Treffpunkt für kreative Macher

Neues erlernen, kreativ experimentieren, sich miteinander austauschen und gemeinsam etwas erschaffen: Das Makerspace Wittlich ist eine offene Kreativ-Werkstatt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

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Das leer stehende Ladenlokal in der Wittlicher Innenstadt ist ein Treffpunkt für Kreative, Tüftler und Erfinder. Unabhängig von individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten können hier jung und alt werkeln und experimentieren. Wer sein eigenes Projekt realisieren und sich ungestört kreativ ausleben möchte, greift während der offenen Werkstatt-Treffs auf die große Bandbreite an Gerätschaften zurück – von 3D-Druckern über Plotter, CNC-Fräse, Werkzeugen oder Nähmaschinen bis hin zu PCs mit umfangreicher Hard- und Software. Im Makerspace finden darüber hinaus vielfältige Seminare, Schul-AGs, Ferienprogramme und Workshops statt. Hier werden die Teilnehmenden in vielfältigen spannenden Kursen angeleitet, beispielsweise ferngesteuerte Autos zu bauen, Textilien upzucyclen oder Trickfilme zu drehen. Im Mittelpunkt steht der handwerkliche Umgang mit den unterschiedlichen Materialien wie Holz, Kunststoff, Metall und Textilien – meist in enger Kombination mit Technik und digitalen Anwendungen. Dazu passt dann auch die neue Idee gut ins Konzept: Einmal monatlich laden die Makerspace-Organisatoren ins Repair-Café ein, wo Bürgerinnen und Bürger von versierten ehrenamtlichen Handwerkern defekte Geräte reparieren lassen können.


Ein offener Raum der Ideen, Innovation – und Integration

Der Impulse zur Gründung des Makerspace kam aus der Stadtbücherei Wittlich. „Wir zählen als Bücherei zu den so genannten Dritten Orten – also Orten der Gemeinschaft, offen für jedermann“, so die Leiterin Elke Scheid. In den vergangenen Jahren machte man die Erfahrung, dass diese sehr stark von jungen Menschen aus Migrationsfamilien als Aufenthaltsstätte aufgesucht wurden. „Wir erkannten, dass wir den Kindern und Jugendlichen ein attraktives Zusatzangebot bieten müssen. Wir wollten ihnen ermöglichen, ihre Leidenschaften in den Bereichen Technik und Digitales auszuleben.“ Und so entstand die Idee, die Makerspace-Konzepte der Großstädte aufs Land zu holen. „Anfangs war es für uns schwierig, die Kinder mit Migrationshintergrund für unsere Angebote zu erreichen“, erinnert sich Thomas Müller, der als Bücherei-Mitarbeiter das Projekt federführend leitet. Seit man die innerstädtischen Ganztags-Grundschulen mit ihrem hohen Migrationsanteil ins Vorhaben integriert, bauen sich auch langsam Kontakte und Beziehungen zu diesen jungen Leuten auf. „Das schöne ist, dass unsere Angebote auch reizvoll für Kinder sind, die anfangs noch Defizite mit der deutschen Sprache haben.“ Müller erkennt auch, dass sich beim gemeinsamen Werken und Tüfteln schnell sprachliche, kulturelle und soziologische Barrieren abbauen.

Die gesamte Stadt steht hinter dem Projekt

Bis zum Start des Makerspace kamen jede Menge neuer Aufgaben auf das Team der Stadtbibliothek zu. „Es war wunderbar zu erleben, dass wir mit unserer Idee überall offene Türen eintraten“, berichtet Elke Scheid begeistert. Da die Bibliothek selbst keine freien Raumkapazitäten hatte, wurde man ganz in der Nähe fündig: Eine Bäckerei mit ortsansässiger Filiale bot eine leer stehende Laden- und Lagerfläche in der City zum kleinen Selbstkostenpreis an und sorgte sogar noch für notwendige bauliche Maßnahmen. Man nutzte die Kontakte zu örtlichen Institutionen, die sich sofort als Kooperationspartner gewinnen ließen: das Haus der Jugend, die Volkshochschule, der Caritasverband und ein Mehrgenerationenhaus. Mit 25.000 Euro Startkapital aus dem Förderprogramm „Vor Ort für alle – zeitgemäße Bibliotheken im ländlichen Raum“, finanzieller Unterstützung seitens der Stadt und zahlreicher Sach- und Geldspenden Wittlicher Firmen war der Grundstock für die notwendige Ausstattung rasch zusammen. Einige Unternehmen der Region bieten zwischenzeitlich sogar auch eigene Technik-Kurse für Jugendliche an, um diese frühestmöglich für Handwerks- oder MINT-Berufe zu begeistern. Dank Förderung einer regionalen Stiftung will man nun auch studentische Mitarbeiter aus technisch-digitalen Studiengängen einstellen. Vielleicht entstehen irgendwann einmal aus hier entwickelten Innovationen pfiffige Geschäftskonzepte für StartUps. Damit ginge dann auch Scheids Traum vom Makerspace als „Lieser-Valley“ in Erfüllung.

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Portrait Müller, © Makerspace Wittlich

Das Makerspace ist ein Ort der sinnvollen Beschäftigung, des Lernens, der Kreativität. Offen für alle und offen für immer neue Ideen

Thomas Müller - Büchereiangestellter

Makerspace Wittlich

Neustraße 6
54516 Wittlich
Telefon: +49 6571 9989740

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