Solarfläche bei Büchel, © Kreisverwaltung Cochem-Zell

Strom aus der Region für die Region

Der Kreis Cochem-Zell ist bereits seit 2008 konsequent auf Klimaschutzkurs mit dem Ziel null Emissionen. Das Virtuelle Kraftwerk ist Teil davon: Es bündelt verschiedene im Kreis ansässige Energieanlagen und führt den erzeugten Strom direkt zu den heimischen Betrieben und BürgerInnen.

Der Landkreis gilt rheinland-pfalzweit als Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien, denn schon seit rund 15 Jahren hat er sich dem Ziel verschrieben, ein Null-Emissions-Kreis zu werden. Wind, Wasserkraft vor allem der Moselstaustufen, Sonne und Biomasse tragen maßgeblich zur Stromerzeugung bei – so viel, dass 180 Prozent des kreisweiten Eigenbedarfs produziert werden. Doch ein Problem der erneuerbaren Energien ist auch im Landkreis Cochem-Zell nicht fremd: Stromerzeugung und Stromverbrauch stimmen zeitlich nicht unbedingt überein. „Das Ziel war es also, die Erzeugung zu bündeln und für den Verbrauch steuerbar zu machen“, erläutert Dirk Barbye, in Personalunion Wirtschaftsförderer und Leiter des Projektes „Virtuelles Kraftwerk“, welches zu dem von ihm genannten Zweck 2019 ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen des Klimaschutzteilkonzeptes „Dezentrale Stromversorgung und zeitsynchroner Verbrauch“ wird es vom Landesumweltministerium gefördert. 

Ein Kraftpaket aus Partnerschaft vom Erzeuger bis zum Verbraucher 

Dafür wurde in Kooperation mit der Fachhochschule Bingen eine spezielle Software entwickelt, welche die verschiedenen Anlagen mit ihrem Mix aus Wasserkraft, Windkraft, Solar und Biomasse bündelt. Der so erzeugte Strom kann nun gemeinsam vermarktet werden. Als vertraglich verbundener Stromhändler fungiert hierfür das Unternehmen VSE AG aus Saarbrücken. Im November 2022 wurde überdies eine Energiegesellschaft gegründet, die selbst Anlagen bauen wird. Bereits aktiv ist der Verein „unser-klima-cochem-zell“ e. V. (www.ukcz.de) als Bindeglied zwischen den Vertriebs- und Projektpartnern. Für die Bürgerinnen und Bürger hat das „Virtuelle Kraftwerk“ seit Mai 2023 mit dem Land-Strom.de ein „Gesicht“. Die neun derzeit angeschlossenen Anlagen können theoretisch bis zu 10.000 Haushalte versorgen, erste private Abnehmer gibt es schon. „Wir liefern echten Bürgerstrom aus der Region für die Region“, betont Barbye die Dezentralität des „Virtuellen Kraftwerks“, dessen Wertschöpfung so weit als möglich vor Ort bleibt und dazu beitragen kann, beispielsweise kommunale Aufgaben wie Schulsanierungen zu stemmen. Beschränkt ist die Abnehmerschaft auf Unternehmen und Haushalte mit Sitz im Kreisgebiet. 

Eine Chance für die Windkraft 

Barbye sieht im „Virtuellen Kraftwerk“ auch eine Chance für den rentablen Weiterbetrieb von Windkraftanlagen, für welche die EEG-Förderung ausläuft. Im Landkreis waren schon früh zahlreiche Windräder errichtet worden. „Die können in den Verbund integriert werden.“ Allein die Pachteinnahmen aus Windkraft seien nicht ausreichend als Argument für deren Akzeptanz. „Wir wollen vor Ort stärker auf allen Ebenen profitieren, vom Bau der Anlagen bis zum Verkauf des Stroms.“ Die enge Vernetzung von Verbraucherzentrale, dessen Stützpunkt im selben Haus wie der Verein UKCZ arbeitet, sei ein klarer Vorteil. „Die Nachfrage nach Beratung seitens der Bürger ist hoch. Dieses Interesse zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Ein Gesamtpaket an Klimaschutzmaßnahmen wird vorangebracht: Carsharing, Nahwärme, Solarkataster… Für Wermutstropfen sorgen allerdings Rahmenbedingungen, die überall in Deutschland hemmen, wie Materialknappheit und Fachkräftemangel. Doch ein energetisch attraktiver Standort dürfte auch die Power haben, beides zu meistern. 

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Dirk Barbye, Geschäftsführer UKCZ, © Kreisverwaltung Cochem-Zell

Wir haben im Landkreis ein besonders großes Potenzial für erneuerbare Energien. Das wollen wir intensiver nutzen: echter regionaler Bürgerstrom!

Dirk Barbye - Geschäftsführer UKCZ

unser-klima-cochem-zell e.V.

Brückenstraße 2
56812 Cochem
Telefon: +49 2671 61-688

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