So geht naturnahe und transparente Landwirtschaft
Der Tömmelhof bei Amel in Ostbelgien geht in der Erzeugung und Vermarktung eigene Wege. Manuel Schöpges und Anja Neissen haben sich von der klassischen Milchviehwirtschaft weitestgehend unabhängig gemacht. Mit Fleischrinderzucht, eigener Metzgerei, Hofladen, Catering und Festsaal ist eine runde Sache daraus geworden… preiswürdig für den EIFEL Award in Sachen regionaler Wertschöpfung!
Ein bisschen ist der Tömmelhof aus der Zeit gefallen – oder im Gegenteil ein echter Vorreiter. Denn hier geschieht die Fleischproduktion auf eine traditionelle Weise, die von vielen Verbrauchern längst wieder als Ideal und Vorbild erlebt wird. Die Limousin-Rinder genießen im Sommerhalbjahr das artgerechte Leben auf der Weide, im Winter kommen sie in einen luftigen Stall. Ihr Futter wird auf dem Hof selbst angebaut: biozertifiziert und ohne Kunstdünger, dafür mit umso mehr frischen Wiesenkräutern und gesundem Getreide. Die Schlachtung erfolgt ohne Transportstress. Die Tiere werden lediglich über eine Strecke von zehn Kilometern zum nächstgelegenen Schlachthof transportiert. Sie erleiden keine Panik, ihr Fleisch wird nicht von Angsthormonen geflutet. Im Hofladen schließlich gibt es das Fleisch, Wurstwaren und andere Produkte zu kaufen – frischer geht es nicht. Auch der hofeigene Festsaal trägt zur Vermarktung bei, denn die Feiern und Events werden mit eigenem Catering lecker versorgt.
Eine runde Sache
„Wir wollten Landwirtschaft schon immer anders machen als üblich“, schildert der Hofinhaber in dritter Generation das Motiv für den besonderen Weg. „Dazu gehört es, dass wir die Preise selbst gestalten und die Kosten realistisch berechnen können.“ So sei es möglich, die hohen Investitionen etwa für tierwohlgerechte Haltung abzusichern. „Das funktioniert viel besser als mit der üblichen Vermarktung von Milch über Großmolkereien und Konzernstrukturen.“ Integriert ist der Tömmelhof jedoch in das Netzwerk von „Made in Ostbelgien“ von regionalen Erzeugern und kleinen Manufakturen. Das passt zur eigenen Ausrichtung. „Wir sind auch eine eigene Marke mit eigenem Logo und haben uns in den vergangenen zehn Jahren eine gute Marktposition erobert“, freut sich Schöpges über eine gute Nachfrage. Dazu haben die Feedbacks von Kunden beigetragen, die ihrerseits begeistert von der Qualität der Produkte erzählen. Außerdem ist der Tömmehof in den sozialen Medien aktiv und zeigt, wie seine Form der Landwirtschaft geht.
Zeigen, woher gesunde Lebensmittel stammen
Auch Schulklassen und Kinder können auf dem Tömmelshof erleben, dass Fleisch nicht abgepackt im Supermarktregal entsteht. Der Hof macht sich transparent und sensibilisiert bewusst für die nachhaltigen Zusammenhänge. „Alles beginnt mit der Aufzucht des Kalbes”, erzählt Manuel Schöpges. “Es trinkt die ersten sechs Monate Milch bei der Mutter. Danach werden beide voneinander getrennt, das Kleine kommt in eine Gruppe mit gleichaltrigen Kälbern. Die Mutter hat nun die Gelegenheit, sich ein halbes Jahr auszuruhen und auf das nächste Kalb vorzubereiten.“ Währenddessen wächst das Kalb zum Rind heran, das Futter wird umgestellt und es erlebt Weidehaltung. „Wir achten deshalb stets penibel darauf, dass es unseren Tieren gut geht und dass alles passt.“






