Hochprozentiges mit der Klugheit der Eule
Von Berlin zum Hof der Familie in die Südeifel – das ist der Weg von Stephan Thomé, den er mit seiner Brennerei Euelsberger Spirituosen ging. Sein Euelsberger Eifel No. 4 schafft es mit regionalen Botanicals als Zutat regelmäßig in die weltweite Top-Liga der Gins. Sein Erfolg und seine Philosophie bescherten Thomé auch den EIFEL Award 2025 für regionale Wertschöpfung.
Der Euelsberg bei Dingdorf ist ein kleines Paradies, in dem es blüht und summt. Denn eine große naturbelassene Streuobstwiese mit vielen Wildkräutern bringt nicht nur für Menschen fruchtige Genüsse hervor, sondern ist auch Heimat von Bienen. Äpfel, Birnen, Schlehen, Wal- und Haselnüsse oder verschiedene Beeren gedeihen hier prächtig. Brennmeister Stephan Thomé nutzt den Schatz, den bereits die Familienvorfahren anlegten, pflegt ihn beständig und baut ihn weiter aus. Auch aromatische Gin-Botanicals wie Eichenrinde, Efeu, Moos oder Vogelbeere stammen von hier und aus der Umgebung – alles naturbelassen, nicht gedüngt und Eifelnatur pur. Insgesamt verfügt Thomé über mehr als 330 Botanicals, die natürlich nicht alle aus der Eifel kommen und mit denen er immer wieder neu experimentiert, um besondere Aromen in den Gin zu zaubern. Doch den größten Erfolg auch international feiert er regelmäßig mit Goldmedaillen beim Wold Gin Award für seinen Eifel No. 4, in dem beispielsweise auch Eifeler Ginster, Fichtensprossen oder Mistel für Aha-Erlebnisse im Gaumen sorgen.
Eine Schule für Fans erlesener Spirituosen
Auf dem Familienhof in Dingdorf hat Thomé die Brennerei im Jahr 2020 eingerichtet, zunächst als Hobby. Zusammen mit seiner Ehefrau war er aus Berlin zurückgekommen, um in der Eifel eine gute Work-Life-Balance und ein intakteres Umfeld zu finden. Doch schon drei Jahre später war aus dem Hobby nicht nur eine echte Passion, sondern ein Hauptberuf geworden. Dabei ist die ländliche Lage des Lebens- und Arbeitsmittelpunktes ein Plus: „Wir produzieren hier zwischen den Metropolen Brüssel, Köln und Paris, das ist für die Kontakte in die Spitzengastronomie hervorragend“, schildert er den Vorteil. Der eigene Online-Shop, in dem auch Honig, Brände und Liköre vertrieben werden, funktioniert vom Eifeldorf aus ebenfalls hervorragend. Ein Magnet ist die Idylle sogar für die Besucher der Tastings und der Gin-Schule, die direkt neben der Brennerei in einem Hofteil eingerichtet wurde. Das Design der edel ausgestatteten Location wurde von einem Familienmitglied gestaltet. Im Mittelpunkt steht immer die stilisierte Eule, das Logo der Euelsberger Brennerei. „Auf dem Berg gibt es tatsächlich Eulen“, stellt Thomé den urwüchsigen Naturbezug her.
Eine Win-Win-Situation für die Südeifel
Nicht nur die Herkunft der meisten Botanicals und die Hofbrennerei sind die Gründe für die Verleihung des EIFEL Awards. „Der ist für mich genauso wichtig und eine Herzenssache wie die internationalen Auszeichnungen“, betont der Brennmeister. „Wir können mit unseren Produkten eine authentische Eifeler Geschichte erzählen.“ Wichtig sei, dass die Region etwas zurückbekommt. Das tut sie. Denn mittlerweile locken die Gin-Schule mit ihren Workshops und die Events oder Tastings jedes Jahr rund 5000 Besucher ins Dorf. Das stärkt die Beherbergungsbetriebe der Südeifel. Zudem fungiert der edle Gin vom Euelsberg, der unter anderem im Berliner KaDeWe anspruchsvolle Spirituosenfans anspricht, als Botschafter der Genusslandschaft Eifel.







