Eigene Milch, eigenes Eis: Ein zweites Standbein für den Eschenhof
Den Eschenhof in Monschau-Höfen führen Jochen und Marlene Franke in dritter Generation. Der Betrieb ist klassisch aufgestellt: 100 Milchkühe, Familienbetrieb, viel Handarbeit. Doch seit einigen Jahren kommt zur Milchviehhaltung ein zweites Standbein hinzu – die eigene Eisproduktion. Für dieses Konzept wurden die Frankes mit dem EIFEL Award 2025 in der Kategorie „Regionale Wertschöpfung“ ausgezeichnet.
„Wir sind Eisliebhaber“, sagt Marlene Franke und lacht. Wenn sie unterwegs seien, probierten sie sich gern durch das Angebot vor Ort. In Österreich stießen sie erstmals auf Bauernhöfe, die ihr eigenes Eis herstellten. Die Idee ließ sie nicht mehr los. Warum die eigene Milch nicht selbst veredeln, statt sie ausschließlich an die Molkerei zu liefern?
Heute stammt die Milch für das Bauerneis von den eigenen Kühen. Verkauft wird überwiegend in der Region – an Hofläden und Gastronomiebetriebe. So bleibt die Wertschöpfung in der Eifel, vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt.
Vor dem Einstieg in die Eisproduktion recherchierten die Frankes gründlich. Gibt es vergleichbare Anbieter in der Umgebung? Würden Gastronomen regional produziertes Eis abnehmen? Unterstützung erhielten sie über ein spezielles Bauernhofeis-Konzept. Das niederländische Unternehmen „ice delite“ begleitet landwirtschaftliche Betriebe beim Aufbau einer eigenen Eisproduktion und stellt unter anderem die notwendige technische Ausstattung bereit, unterstützen im Marketing und bieten Schulungen an.
20 Sorten im Programm
Vor allem für Marlene Franke ist die Eisküche zum Herzensprojekt geworden, während ihr Mann sich überwiegend um den Hof kümmert. In den Sommermonaten steht sie zwei- bis dreimal pro Woche an der Maschine, im Winter deutlich seltener. Zunächst wird aus der hofeigenen Milch Sahne gewonnen – für einen Liter Sahne werden rund zehn Liter Milch benötigt. Früchte und weitere Zutaten werden püriert, mit Milch und Sahne vermischt und anschließend in der Eismaschine verarbeitet. Danach wird das Eis abgefüllt, etikettiert und für den Verkauf vorbereitet.
„Man schmeckt den Unterschied“, sagt Marlene Franke. Das Eis komme ohne Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel aus. Zudem werde keine Luft eingearbeitet – ein Verfahren, das industriell häufig genutzt wird, um das Volumen zu erhöhen. Das Ergebnis sei etwas fester, aber intensiver im Geschmack.
Rund 20 Sorten umfasst das Sortiment. Klassiker wie Schokolade, Vanille und Stracciatella gehören fest dazu. Im Sommer ist Buttermilch mit Heidelbeeren gefragt. Saisonale Varianten ergänzen das Angebot – etwa Konfettieis zu Karneval oder weihnachtlich gewürzte Sorten in der Adventszeit. Die Resonanz sei durchweg positiv, berichtet Franke. Die Rückmeldungen aus Hofläden und Gastronomie bestärkten sie in ihrem Weg.
EIFEL Award 2025
Dass Milch, Sahneproduktion, Verarbeitung und Vertrieb in einer Hand liegen, überzeugte auch die Jury des EIFEL Awards. Sie zeichnete Marlene und Jochen Franke 2025 für ihr konsequent regionales Wertschöpfungskonzept aus.







