Alles aus einer Hand: Wie die Familie Bungenberg regionale Wertschöpfung lebt
Vom eigenen Weideland bis zur Frischetheke: Die Fleischerei Bungenberg steht für gelebte Regionalität, kurze Wege und volle Transparenz. Was über Generationen gewachsen ist, überzeugt Kunden, Gastronomen – und die Jury des EIFEL Awards 2025.
„Eigentlich sind wir keine klassische Metzgerei“, sagt Michael Bungenberg und schmunzelt. Die Fleischerei Bungenberg in Zweifall ist mehr als ein Handwerksbetrieb – sie ist das Ergebnis eines Zusammenspiels, das über Generationen gewachsen ist. Metzgerei, Landwirtschaft und Viehhandel gehören für die Familie seit jeher zusammen. „Das war schon immer so“, sagt Bungenberg. „Und genau das macht uns aus.“
Neu hinzugekommen ist erst vergleichsweise spät der Verkauf an Endverbraucher. 2011, noch während seiner Ausbildung, entschied sich Michael Bungenberg dazu, die Metzgerei samstags für die Menschen aus Zweifall zu öffnen. Aufschnitt, Fleischwaren, persönliche Gespräche über die Theke hinweg – ein Angebot, das schnell angenommen wurde. Aus dem kleinen Anfang entwickelte sich Schritt für Schritt ein Betrieb mit Strahlkraft weit über den Ort hinaus.
Vom Dorf in die Region
Heute ist die Fleischerei Bungenberg auf rund 20 Wochenmärkten in der Region vertreten, dazu kommen ein Verkaufswagen, eine Filiale in Schmitt und neuerdings die „Futterkrippe“ auf dem eigenen Gelände. Auch viele Gastronomen setzen auf die Lieferung aus Zweifall. „Wir sind organisch gewachsen“, sagt Bungenberg. Wachstum nicht um jeden Preis, sondern im eigenen Tempo – mit inzwischen 32 Mitarbeitenden, Voll- und Teilzeitkräften sowie geringfügig Beschäftigten, die in den unterschiedlichen Bereichen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Was den Betrieb besonders macht, ist seine konsequent gelebte Regionalität. Sie ist kein Trend, sondern Teil der betrieblichen DNA. Die Rinder stammen von den eigenen Weideflächen in Zweifall, Schwein und Geflügel von nahegelegenen Höfen, das Wild aus der unmittelbaren Umgebung. „Wir wissen genau, wo unsere Tiere herkommen und wie sie aufgewachsen sind“, betont Bungenberg. Artgerechte Haltung und gesunde Fütterung seien für ihn keine leeren Worte. Seine Frau Dana ergänzt: „Unsere Kunden fragen danach. Sie wollen wissen, was sie kaufen – und wo es herkommt.“
Transparenz, die Vertrauen schafft
Diese Transparenz ist ein zentraler Bestandteil des gewachsenen Systems. Von der Aufzucht über die Verarbeitung bis hin zum Verkauf liegt alles in einer Hand. Die Wertschöpfung bleibt in der Region, Zwischenhändler entfallen. Das schafft Vertrauen – und faire Preise. „Wir können mit der Frischetheke großer Supermärkte mithalten“, sagt Bungenberg, „ohne unsere Prinzipien aufzugeben.“
Dass dieses Konzept überzeugt, zeigte sich auch beim EIFEL Award 2025, der unter dem Motto „Regionale Wertschöpfung“ stand. Die Jury würdigte damit einen Betrieb, der Verantwortung übernimmt und zeigt, wie regionale Wirtschaft nachhaltig funktionieren kann.
Der Blick geht dennoch nach vorn. Der nächste große Schritt ist der Bau eines eigenen Schlachthauses für den Eigenbedarf. Noch arbeitet die Fleischerei mit einem regionalen Partner zusammen, kurze Transportwege werden mit dem eigenen Fuhrpark gewährleistet. Der Baubeginn ist für 2026 geplant. „Wenn sich dann alles eingespielt hat“, sagt Bungenberg, „möchte ich auch selbst ausbilden.“ Es ist ein weiterer Baustein in einem System, das seit Generationen zusammengehört – und in Zweifall fest verwurzelt ist.









