Bördebahn, © Eifel Tourismus, Petra Grebe

Bördebahn

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„Es ist ein Meilenstein“, „Es ist ein historischer Tag“ – die Landräte Günter Rosenke (Kreis Euskirchen) und Wolfgang Spelthahn (Kreis Düren) sparten nicht mit überschwänglichen Worten, als sie sich in Binsfeld trafen, um offiziell den Vorlaufbetrieb der Regionalbahn 28 (Eifel-Bördebahn) zu feiern. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 verkehrt nun die Bördebahn nicht mehr nur am Wochenende und den Feiertagen, sondern auch in der Woche zwischen Düren und Euskirchen. Sechs Zugpaare werden eingesetzt, dadurch kann an den Werktagen zwischen 6.00 und 20.00 Uhr mit einer morgendlichen Unterbrechung ein Zwei-Stunden-Takt angeboten werden. 

Viele Jahre hat es gedauert, den Regelverkehr auf dieser Strecke wiedereinzusetzen. Viele Jahre haben Ehrenamtliche darum gekämpft, dass die Bördebahn kein Ausflugszug bleibt, sondern wieder täglich für Berufspendler, Schüler und alle Bahnreisenden eine Alternative zum PKW wird. Am 27. Mai 1983 wurde die Verbindung Düren-Euskirchen im Personalverkehr eingestellt – 119 Jahre Bahngeschichte lagen damit hinter dem Bördeexpress. Doch Dank des Güterverkehrs blieb der Bahnstrecke das Schicksal vieler anderer Strecken erspart – die Gleise wurden nicht abgebaut. 

Dem unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen ist es zu verdanken, dass die Bördebahn nun im Vorlaufbetrieb fährt, dies hoben auch die Landräte hervor. „Mobilität ist für den ländlichen Raum existenziell“, meinte Spelthahn und ging noch einen Schritt weiter: „Wir brauchen dringend den einstündigen Takt auf der Strecke.“ Einige Jahre zuvor sah die Situation für die Bördebahn noch anders aus. Immer wieder gab es Bestrebungen, die Strecke abzubauen, nur die Gleise zwischen Zülpich und Düren sollten Bestand haben, da die Papierfabrik Smurfit Kappa diese nutzte. Die Ehrenamtlichen mussten sich gegen allerlei Widerstände – vor allem auch aus der Landesregierung in Düsseldorf – durchsetzen. 

„Entgegen allen Unkenrufen, wir sind am Fahren“, hatte Sebastian Petermann im Herbst 2014 noch gesagt. Zu dieser Zeit war er Vorsitzender von der IG Rurtalbahn e.V. und dem Bürgerbahnverein Düren-Zülpich-Euskirchen. Im Jahr der Landesgartenschau 2014 in Zülpich konnte die Bahn einen Fahrgastrekord aufstellen: 10.000 Gäste nahmen in diesem Sommer die Bahn in Anspruch. 

Die Hoffnung beider Landräte, dieses Ziel im nächsten Jahr schon zu erreichen, musste Dr. Norbert Reinkober, Nahverkehr Rheinland (NVR), enttäuschen: „2020 wird es noch keinen Regelverkehr geben“. Herbert Häner, Geschäftsführer der Rurtalbahn, ergänzte: „Wir setzen alles daran, das Ziel der Einführung eines Stundentakts bei der RB 28 so schnell wie möglich zu erreichen“. Wann dies erfolgen wird, kann derzeit noch nicht sicher gesagt werden. Das ist abhängig von der Dauer der weiteren notwendigen Arbeiten zum Ausbau der Infrastruktur, dem zukünftig eingesetzten Fahrzeug und den weiteren angedachten Haltestellen. 

Angestrebt wird die Senkung der momentan noch bei gut 50 Minuten liegenden Fahrtdauer auf circa 35 Minuten und die Herstellung guter Anschlüsse in den Knoten Euskirchen und Düren. „Der Zuspruch für den öffentlichen Nahverkehr ist groß“, meinte Reinkober, es sei gut investiertes Geld. Für den Regelverkehr stehen jedoch noch einige Arbeiten an: Der Bahnsteig in Vettweiß wird im Jahr 2020 erneuert, in Elsig wird ein neuer Haltepunkt errichtet. Die Gesamtsumme der Investitionen beläuft sich auf etwa 15,5 Millionen Euro, das Gros davon übernimmt der Nahverkehr Rheinland. „Wir fördern den Ausbau der Bördebahn mit insgesamt knapp zehn Millionen Euro und freuen uns für die Fahrgäste, dass es nun endlich an den Werktagen losgehen kann“, erklärte NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.