Ilias Gahlings, © Ilias Gahlings

Von Santa Monica wieder an den Rursee

Ilias Gahlings hat es wieder nach Heimbach gezogen – er will mit dem „Heimisch“ ein Restaurant mit einem nachhaltigen Konzept eröffnen. Die Jahre in den USA haben ihn geprägt, doch nun ist wieder die Eifel angesagt.

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Gearbeitet hat Ilias Gahlings in Köln, Ingolstadt, Wertheim, London, Thessaloniki und Los Angeles, doch nun hat es ihn wieder in seine Heimatstadt Heimbach gezogen. Zwei schwere Krankheitsfälle in der Familie hätten ihn zum Nachdenken bewogen, erzählt Ilias Gahlings. Zu der Zeit lebte er noch in Santa Monica an der US-amerikanischen Westküste – Fernab der Familie. So gern er auch in den USA lebte, es zog den 37-Jährigen doch wieder zurück in die Heimat. „Jetzt ist es an der Zeit, etwas eigenes zu machen“, beschloss Gahlings und kam 2019 wieder zurück nach Deutschland. Im Frühjahr 2021 – voraussichtlich Mai – will er in Heimbach das „Heimisch“ eröffnen, direkt neben der Kirche. Es gibt aber auch einen Zugang von der Hengebachstraße. Gepachtet hat er das Restaurant von der Krischer-Stiftung in Heimbach, die seinen Gastronomie-Ansatz unterstützt.

Eigentlich hat Ilias Gahlings einen Abschluss als Diplom Medienwirt und Weiterbildungen in E-Commerce und als Social Media Manager. Doch die Gastronomie hat ihn gepackt. Seine Eltern betrieben in Heimbach ein Restaurant: „Ich habe die Sonnen- und Schattenseiten der Gastronomie kennen gelernt, doch ich liebe diese Energie, die es in der Gastronomie gibt“. Er habe es in seiner Kindheit oft erlebt, wie aus Gästen Freunden wurden und dies wolle er auch in seinem Gastronomiebetrieb umsetzen.

Traum USA

Die Natur in der Eifel und rund um seinen Heimatort hat Ilias Gahlings immer schon geliebt und ist früher auch viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, immer wieder auch zum Rursee. Doch in der Jugend war es schon sein Traum, in die USA zu gehen. Er hat an Schüleraustauschprogrammen teilgenommen und ein Auslandssemester in London verbracht. Mit dem Gewinn einer Green Card erfüllte sich dann 2013 der lang ersehnte Traum USA. Dort ist der Eifeler in die System-Gastronomie eingestiegen und hat viele Erfahrungen gesammelt. Er habe gerne dort gelebt und jeden Tag genossen: „Los Angeles ist ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Einflüsse, diese Energie ist förmlich spürbar. Außerdem hat die Westküste eine atemberaubende Natur – allein die Sonnenuntergänge sind traumhaft“. Er habe dort auch die „Giving Back“-Philosophie erlebt. Viele engagierten sich dort sozial. Wer etwas hat, gibt etwas zurück, könnte man es auf den Punkt bringen. Hilfen für Obdachlose zählen dazu wie auch die Unterstützung von Naturschutzorganisationen. Ilias Gahlings organisierte beispielsweise das Projekt „Eat2Give“. Damit wurde nicht nur die lokale Wirtschaft unterstützt, sondern auch Projekte in der Gemeinde: Wer in einem teilnehmenden Restaurant speiste, spendete gleichzeitig für ein Projekt. Der rührige Heimbacher initiierte außerdem kostenlose Workshops zum Thema „Gesundes Essen“, die von Top-Gastronomen für sozial benachteiligte Kinder durchgeführt wurden.

Zurück in die Eifel

Das Leben in den USA habe ihm geholfen, herauszufinden, was er wirklich wolle und wofür er brenne, sagt Ilias Gahlings. Die soziale Komponente möchte er auch bei seinem Restaurant-Konzept in Heimbach einbringen. Regionale Waren, am besten nachhaltig, saisonal und fair gehandelt, sollen auf den Tisch kommen. Dazu möchte er noch einen kleinen Natur-Markt mit eigener Espresso-Bar & Röstung auf seiner Geschäftsfläche unterbringen – der Platz und ein eigener Zugang dafür ist vorhanden. Er wolle mit seinem Mischkonzept aus Bistro, Natur-Markt und Espresso-Bar & Röstung eine Art Lebensraumgestalter werden. Die Bevölkerung des Ortes möchte er dabei einbeziehen und könnte sich verschiedene gemeinsame Projekte gut vorstellen. Zum Beispiel gemeinsame Aufräumaktionen in Heimbach, Baum-Pflanz-Aktionen, Fundraising für lokale Vereine sowie Naturschutzorganisationen und Schulen, Workshops & Seminare, Spenden an Bedürftige – die Liste der Ideen ist lang. Langfristig möchte Gahlings in Heimbach mehr Nachhaltigkeit und Vernetzung fördern. Zum Beispiel im Rahmen einer „Essbaren Stadt Heimbach“. Gemeinschaftlich könnten Obst, Gemüse und Kräuter angebaut werden, die zu vergünstigten Preisen an die Gastronomen der Stadt abgegeben werden. Die Stadt würde auf diese Weise viel schneller nachhaltiger gestaltet werden und der Tourismus würde davon ebenfalls profitieren, ist Ilias Gahlings überzeugt.

Sein Gastronomie-Konzept überzeugt jedenfalls: Vom Land NRW hat er ein Gründer-Stipendium bekommen und die Organisation Greentable, die sich für eine nachhaltige Gastronomie einsetzt, hat Gahlings auch schon mit einer Auszeichnung bedacht. „Ich möchte die kulinarische Vielfalt und Naturschönheit der Eifel den Menschen nahebringen“, sagt er. Das Konzept vom „Heimisch“ sei eine Hommage an Heimbach, sagt Ilias Gahlings. Er tauscht die Sonnenuntergänge am Strand von Santa Monica gerne mit denen am Rursee, denn der Heimbacher ist wieder in der Eifel angekommen.

Ilias Gahlings, © Eifel Tourismus/Petra Grebe

Ich weiß jetzt, was ich will und wofür ich brenne. Ich möchte ein nachhaltiges und faires Gastronomie-Konzept in meiner Heimatstadt Heimbach umsetzen.

Ilias Gahlings

Heimisch

Hengebachstraße 71
52396 Heimbach

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