Ausbildung KfZ, © Adobe Stock / auremar

Eifeler KfZ-Innungen setzen auf Innovation – auch bei der Ausbildung

Die Zeichen im Kfz-Handwerk stehen auf E: E-Mobilität und Electude. Letzteres ist die digitale Lernplattform, mit der sich die Auszubildenden auf ihren künftigen Beruf vorbereiten.

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Die Corona-Krise wird als Beschleuniger für zahlreiche Trends und Entwicklungen gesehen. Home-Schooling und Home-Office zeigen, wie rasant sich die Digitalisierung in viele Bereiche des Lebens, Lernens und Arbeitens integriert. Den Trend zum digital-unterstützten Lernen hat die Eifeler Kfz-Branche schon vor Jahren erkannt. Bereits 2018 führten die Innungen die interaktive Lernplattform Electude in der Kfz-Ausbildung ein. „Anfangs war noch viel Überzeugungskraft notwendig“, erinnert sich Simone Assmann von der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück (MEHR). Fast schon Pionierarbeit leisteten dabei die die hiesigen Kfz-Innungen Bernkastel-Wittlich-Bitburg und Daun-Prüm, die gemeinsam mit ihren kooperierenden Berufsbildenden Schulen Bitburg und Wittlich bzw. Prüm und Gerolstein auf diese innovative Lernumgebung setzten. Der Gerolsteiner Berufsschullehrer Pepe Blumberg ist dabei Mann der ersten Stunde, der die Wichtigkeit der digitalen Lernunterstützung früh erkannt hat und die Einführung mit vorantrieb. Somit waren die Kfz’ler dann auch fürs Home-Schooling in der Coronazeit gewappnet. Mittlerweile nutzen rund 300 Kfz-Auszubildende aus rund 150 Ausbildungsbetrieben der Region das System. Es dient auch allen Ausbildungspartnern als hilfreiche Ergänzung für eine zeitgemäße Ausbildung: Ausbildungsbetrieb, Berufsbildende Schule, Überbetriebliche Ausbildung der Hwk sowie Gesellenprüfungsausschuss der Innungen. Das gesamte Ausbildungssystem wird effektiv und sicher miteinander verknüpft.


Das Lernen der Zukunft wird digitaler

Die Zeiten von Frontalunterricht und monotonem Bücher-Büffeln gehören der Vergangenheit an. In der Kfz-Lernplattform befinden sich Animationen, Übungen, Simulatoren, aktuellste Fahrzeugteilelisten und Webinar-Mitschnitte. Selbst Youtube-Stars kommen zu Wort und erklären auf lockere Weise komplexe automobile Zusammenhänge. „Die Schüler passen das Lerntempo ihrer individuellen Aufnahmefähigkeit an“, so Pepe Blumberg. Azubis mit Migrationshintergrund und Sprachbarrieren können sich über die Sprachausgabe beim Lernen alle Inhalte zudem auch vorlesen lassen. Deutsch lesen und gleichzeitig Deutsch hören trainiert Sprache und Verständnis optimal.

Darüber hinaus haben alle Schüler die Möglichkeit, Verständnisfragen per Chat an ihre Lehrer zu senden. In jedem Modul wird der Lernerfolg angezeigt. So können die Schüler – ebenso wie deren Lehrer und betrieblichen Ausbilder – den individuellen Ausbildungsstand verfolgen und auf die persönlichen Stärken und Schwächen reagieren.


Motivations-Kick für Lehrlinge

Die Schüler sind begeistert von diesem Lernsystem. Schließlich entspricht es den Gewohnheiten dieser Generation Z, die das Real Life mit dem Digitalen verschmelzt. Auf ihre Art können die Azubis den Unterricht vor- und nachbereiten, das Berichtsheft online pflegen und sich mit anderen Mitgliedern ihrer Azubi-Gruppe oder den Lehrern austauschen. Auf die Schnelllebigkeit der Branche wird reagiert, indem vom Betreiber wöchentlich Innovationen oder Ersatzteilelisten aktualisiert werden. So sind die angehenden KfZ-Mechatroniker*innen stets up to date.

Doch bei aller Digitalisierung ist Blumberg überzeugt: „Das gute konventionelle Schulbuch als Nachschlagewerk hat dadurch nicht ausgedient. Ebenso wenig wie der Schulunterricht.“  Sie bekommen allerdings zeitgemäße Unterstützung.

Kreishandwerkerschaft MEHR

Kalvarienbergstraße 1
54595 Prüm
Telefon: 06551 96020

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