Insektenparadies Platten

Platten

Eigentlich hatten wir sie gar nicht wirklich vermisst.
Erst, als sie fast weg waren, haben wir bemerkt, wie wichtig sie für uns sind: die Insekten. Sie sind die absolut artenreichste Klasse im Tierreich. Man findet sie in nahezu allen Lebensräumen bis hin zur kleinsten ökologischen Nische. Sie sind Dreh- und Angelpunkt in den meisten Ökosystemdienstleistungen für den Menschen. Angefangen von der Bestäuberleistung in Landwirtschaft und Obstbau über ihre Rolle als Nahrungslieferanten für die Tierwelt bis hin zur Hygienepolizei erfüllen Insekten wertvolle Aufgaben in unserer Landschaft. Aber auch die Insekten brauchen Raum zum Leben. Ihr Rückgang hat uns deutlich vor Augen geführt, woran es in unserer „sauber“ gehaltenen Landschaft fehlt: an der Vielfalt von Strukturen.
Wahrscheinlich viele Millionen Insektenarten hat die Evolution auf der Erde hervorgebracht – nur knapp eine Million sind bis heute entdeckt.
Viele Insektenarten sind hochspezialisiert und selten, andere anpassungsfähig und massenhaft auftretend. Alle benötigen aber Landschaftsstrukturen, die in unserer bis auf den letzten Meter intensiv genutzten Landschaft immer häufiger fehlen.
Hier setzt das Insektenparadies Platten an. Auf engstem Raum wird ein Einblick in die ökologischen Wertmerkmale der Landschaft gegeben.
Totholz ist nicht tot, sondern wird durchlebt von vielen Insekten, zum Beispiel aus der Gruppe der Käfer. Blüten von Wiesenkräutern sind nicht nur schön, sondern auch Nahrungsquelle für Schmetterlinge, Bienen & Co. Altgrasstreifen sind nicht unansehnliche Relikte eines vergangenen Sommers, sondern beherbergen zahlreiche Heuschrecken.
Steinhaufen sind nicht nur Ablagerungen störender Feldsteine, sondern bieten Verstecke für allerhand Ameisen, Wanzen und wiederum Käfer.
Insekten leben dabei nicht nur für sich, sondern sind Bestandteil vielgestaltiger Lebensgemeinschaften und aus diesen nicht wegzudenken.
Das Insektenparadies Platten ist ein umweltpädagogisches Projekt des DLR Mosel im Rahmen der Flurbereinigung Altrich-Platten- Wengerohr in Kooperation mit der Ortsgemeinde Platten und der Verbandsgemeinde Wittlich -Land. In einem erhöhten Bereich einer Talwiese entlang des Fluss Lieser sind in Form eines Schmetterlings wichtige Landschaftsstrukturen beispielhaft integriert. Die Umrisse der Flügel werden durch artenreiche Blühstreifen skizziert. Der Körper ist aufgebaut aus Steinriegeln, Totholzstapeln und begrünten Erdriegeln. In den Augenflecken wachsen von Trockenmauern umrahmte Kräuterinseln oder Korbweidenkreise. Erste Farbtupfer und Nektarquellen bieten Frühlingsgeophyten. Vor dem Kopf ist ein kleines Feuchtbiotop mit dem Lebenselixier Wasser errichtet, dessen steilen Ränder wiederum offene Erdwände bieten. Randlich sind Felder unterschiedlicher Wiesenarten angelegt, deren Pflegeregime rotierende Altgrasbestände gewährt. Auf der über 4 ha großen Talwiese, angekauft über die Aktion Blau plus, soll sich über Heublumenansaat eine vielfältige Blumenwiese entwickeln. Das extensiv genutzte Grünland ist von den Ufergehölzen entlang des Fließgewässers und einem Streifen mit Obstbäumen, Hecken und alten Einzelbäumen entlang eines Wirtschaftsweges eingerahmt. Eine Vielfalt von Biotopen als Basis für eine Vielfalt der Insektenarten.
Zusammen mit der örtlichen Kindertagesstätte Regenbogen wird das Projekt in die umweltpädagogische Arbeit vor Ort eingebunden. Die Kinder lernen spielerisch ökologische Zusammenhänge und insbesondere die Wildbienen näher kennen. Auch die älteren Bürger unterstützen bereits in der Ausbauphase das Projekt durch ihre handwerklichen Fertigkeiten. Im Kreuzungsbereich des von vielen Plattener Bürger*innen genutztem Ortsrundwegs und des beliebten Maare- Moselradwegs machte das Insektenparadies bereits während der Bauphase neugierig. Auf Schautafeln werden dauerhaft Informationen über den Zusammenhang von Landschaftsstrukturen und Insektenvielfalt transportiert.
Gegenüberstehende Rundbänke mit Lebensraumfunktion laden zur Kommunikation ein. Ein Lauschpunkt der neuen Audiotour des Maare-Mosel-Radwegs macht vorbeifahrende Radler*innen auf das Insektenparadies aufmerksam.
Das Insektenparadies Platten soll nicht nur über die Bedeutung von mehr Landschaftsstruktur für eine artenreiche Insektenwelt informieren. Es soll auch als tatsächlicher Lebensraum für die wichtigen Sechsbeiner entwickeln. Dazu bedarf es einer Nachhaltigkeit, die durch die frühzeitige Einbeziehung der Kommunen in das Projekt gewährleistet ist. Seine umweltpädagogische und auch touristische Bedeutung wird das sicher noch stützen.

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